Dieser
Kaktus, ein Gymnocalycium baldianum, ist für mich etwas ganz besonderes.
Zum einen soll er wegen der roten Blüte bei seiner Entdeckung eine
Sensation gewesen sein, denn bis dahin waren nur weißblühende
Gymnocalycien bekannt. Ich bekam ihn als Geschenk von meiner Schwester
Sabine. Da war er hochgepfopft auf einen Hylocereus, die dreikantige Unterlage,
die man häufig sieht. Natürlich wollte ich ihn gern zur Blüte
bringen. Ich hatte schon gelesen, dass Kakteen eine kühle Überwinterung
brauchen, um Blüten anzulegen. Also habe ich ihn im Winter zwischen
die Scheiben eines Doppelfensters gestellt. Was ich zu der Zeit noch nicht
wusste, war, dass ein Hylocereus keine tiefen Temperaturen verträgt
- die Konsequenz war, dass die Unterlage im Winter erfroren ist. Ich hatte
auch schon gelesen, dass man Kakteen neu bewurzeln kann, also habe ich
ihn unten sauber abgeschnitten - was übrigblieb, war mehr eine Scheibe
als eine Kugel. Dennoch gelang es mir, ihn zu bewurzeln. Das Schönste
war jedoch: Durch die kühle Überwinterung war die Blüte
tatsächlich induziert und trotz der Strapazen mit erfrorener Unterlage
und Neubewurzelung hat er anschliessend geblüht! Das ist der Grund,
dass dieser Kaktus für mich etwas besonderes ist, denn es war das
erste Mal, dass ich einen Kaktus selber zur Blüte gebracht habe, und
das unter so widrigen Umständen.